Verband der Soldaten der Bundeswehr e.V. (VSB)

Köln, 24. August 2017

Impulsveranstaltung „Innere Führung heute“

Seit Beginn des Jahres 2017 ist die Innere Führung aus gegebenem Anlass wieder in aller Munde. Von der kleinen Kampfgemeinschaft bis hin zum Wehrbeauftragten des deutschen Bundestages - überall wird dieses Thema derzeit lebhaft diskutiert.
Der Abteilungsleiter Führung Streitkräfte im BMVg, Generalleutnant Klaus von Heimendahl und der Kommandeur Zentrum Innere Führung, Generalmajor Reinhard Zudrop, luden zu diesem Thema am 24. August 2017 in das Zentrum Innere Führung nach Koblenz. Die Gästeliste war sehr umfangreich. Geladen waren u.a. die Bundesministerin der Verteidigung, Frau Dr. Ursula von der Leyen, der Generalinspekteur der Bundeswehr, Herr General Volker Wieker, sowie sämtliche Inspekteure der militärischen Organisationsbereiche.
Als geladene Vertreter des VSB nahmen Hauptmann Kai Matschullis und Oberstleutnant i.G. Ingo Neuber teil, dazu auch die Vorsitzenden von VBB und VAB.
Nach der Begrüßung durch GenMaj Zudrop und den einleitenden Worten unserer Ministerin referierte Frau Prof. Dr. Miriam Müthel von der WHU - Otto Beisheim School of Management zum Thema „Gute Führung“ in privatwirtschaftlichen Unternehmen. Dass die vorgetragene Philosophie der privatwirtschaftlichen „Guten Führung“ nicht weit weg ist von den uns bekannten Werten der Inneren Führung wurde in den folgenden Impulsvorträgen der Inspekteure deutlich. Unisono wurde festgestellt, dass die Bundeswehr keine „neue“ Innere Führung benötigt. Es geht um das in der Zukunft zu verbessernde ‚Wie‘. Einen zentralen Punkt stellen die veränderten Rahmenbedingungen im dienstlichen Zusammenleben dar, die eine Neuausrichtung des ,Wie‘ erforderlich machen. Attraktivitätssteigernde Maßnahmen wie die Soldatenarbeitszeitverordnung oder aufgewertete Einzelstuben können unbeabsichtigt auch zu negativen Begleiterscheinungen führen. Der „Selbstreinigungsfaktor“ (InspH) des abendlichen Zusammensitzens nach Dienst fehlt ebenso, wie die Aufsicht und Anleitung der Lebensälteren. Dienst- und Sozialräume sind heute oft weit voneinander entfernt.
Das schwindende Vertrauen in beide Richtungen wurde immer wieder angesprochen. „Vorgesetztenschelte ist hyper sexy“ war in einem Vortrag zu hören.
Einig waren sich alle, dass die Suche nach Schuldigen ersetzt werden muss durch ein Lernen aus Fehlern. Sowohl Vorgesetzte, wie Untergebene machen Fehler, das ist menschlich. Beiden muss das zugestanden werden.
Die bewährten Mechanismen der Inneren Führung müssen wieder in der Truppe greifen, jedoch zuvor auch wieder neu verstanden werden. Der Generalinspekteur merkte hierzu an, man müsse aufhören, aufgeregt zu zucken. Stattdessen müsse man sich sachgerecht mit den jeweiligen Situationen auseinandersetzen. Wie es nun weiter geht, zeigte der Leiter der Arbeitsgruppe „Innere Führung heute“ auf, Brigadegeneral Oliver Kohl. Es gehe zu Beginn darum, ein umfassendes Lagebild zu gewinnen. In Workshops auf allen Führungsebenen sei herauszufinden, wie in der Bundeswehr geführt werde und wo es Probleme oder Hindernisse gebe. Diese Betrachtung gehe von unten nach oben. Aus dem Lagebild würden ggfs. Maßnahmen entwickelt und von oben nach unten umgesetzt.
Mit den drei Schlagworten „transparent, offen und ergebnisorientiert“ umriss BrigGen Kohl sein Bild von „Innerer Führung heute“ und schloss damit diese Impulsveranstaltung vorläufig ab.
Der Verband der Soldaten der Bundeswehr ist der erteilten Einladung sehr gerne gefolgt und sieht sich besonders auch beim Thema „Innere Führung“ in der Pflicht, die Interessen seiner Mitglieder durch konstruktive Mitarbeit zu vertreten.

Hubschrauber Tiger

Foto: VSB