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Deutscher Qualifizierungsrahmen (DQR) als ein Tor zur Durchlässigkeit der Laufbahnen

Der DQR (www.dqr.de) beschreibt acht Kompetenzniveaus, denen sich die Qualifikationen des deutschen Bildungssystems zuordnen lassen. Die Niveaus des DQR wurden im Rahmen der sogenannten Referenzierung "1:1" den Niveaus des EQR zugeordnet.
Der Verband der Soldaten der Bundeswehr e.V. (VSB) stellte jüngst dem Verteidigungsministerium, allen weiteren maßgeblichen Ressorts sowie ausgewählten Vertretern der politischen Bühne sein Konzept zur „Durchlässigkeit der Laufbahnen“ in Verbindung mit der „Modernisierung der Besoldung“ vor.
Voraussetzung zur Modernisierung der Besoldung ist die Anerkennung von Bildung nach dem Deutschen Qualifizierungsrahmen.
Für den im Laufbahnkonzept VSB geforderten Einstieg in den mittleren Dienst, für die neu einzuführenden „Spezialisten“* ist der „Mittlerer Schulabschluss“ – vergleichbar DQR Stufe 3.
Weiter ist im Laufbahnkonzept VSB der Hauptfeldwebel in der Besoldungsstufe A10 wiederzufinden. Hierfür ist die Voraussetzung „Abitur oder Fachhochschulreife oder gleichwertiger Bildungsabschluss“ – vergleichbar DQR Stufe 4.


Bild: VSB

Warum nun Bildung nach DQR zuerkennen?
Im Unterschied zur schulischen Bildung können nach dem DQR auch Fachkompetenz (Wissen und Fertigkeiten) und Personale Kompetenz (Sozialkompetenz und Selbständigkeit) für die verschiedenen DQR Stufen anerkannt werden.
Hierdurch werden entsprechend die Voraussetzungen für das geforderte Laufbahnkonzept geschaffen.
Dem hohen Grad an Aufmerksamkeit auf allen Ebenen sowie den Reaktionen und Folgegesprächen ist zu entnehmen, dass unter anderem der Ausbildung und Qualifikation unserer Soldatinnen und Soldaten ein sehr hoher Stellenwert hinsichtlich der Attraktivität und Konkurrenzfähigkeit der Bundeswehr beigemessen wird. Der personelle Bedarf der Streitkräfte kann unter den gegebenen demographischen Rahmenbedingungen nur dann gedeckt werden, wenn der „Arbeitgeber Bundeswehr“ die Laufbahnen attraktiv weiterentwickelt, um der Konkurrenz um die „besten Köpfe“ und die „geschicktesten Hände“ im harten Wettbewerb mit einer unverändert boomenden Wirtschaft stand zu halten.
Unsere Soldatinnen und Soldaten benötigen für ihre Aufgabenwahrnehmung auf einem Dienstposten überwiegend zwei Qualifikationen, eine militärische sowie eine fachliche. Neben der für den Soldatenberuf zwingend erforderlichen „militärischen Ausbildung“ kann eine konkurrierende Personalgewinnung und -bindung auf Dauer nur dann erfolgreich sein, wenn sich die für die Aufgabenwahrnehmungen auf den einzelnen Dienstposten erforderliche „fachliche Qualifikation“ an den Maßstäben des deutschen (DQR) Qualifikationsrahmens orientiert und anerkannt wird. Eine zivilberufliche Anerkennung der fachlichen Ausbildung schafft Attraktivität und kann einen zusätzlichen Anreiz setzen, sich für den Dienst in der Bundeswehr zu entscheiden.
Zum EQR hat das Europäische Parlament gegenüber den Mitgliedsstaaten bereits im Jahr 2008 entsprechende Empfehlungen übermittelt1, um „Chancengleichheit in einer wissensbasierten Gesellschaft“ und „Lebenslanges Lernen“ nachhaltig zu fördern. Zudem sollen Ausbildungsniveau und Kompetenzen transparent und aufeinander abgestimmt zur Laufbahn-Orientierung und der damit verbundenen Alimentierung herangezogen werden.
Dazu merkte der Bundesvorsitzende des VSB, Oberstleutnant Thomas Huhndorf, an: „Um bezüglich der Nachwuchsgewinnung und der Werbung um Spitzenkräfte im nationalen Umfeld erfolgreich zu sein, ist es aus Sicht des VSB mittelfristig unausweichlich, dass sich die Bundeswehr insbesondere den Vorgaben des Deutschen Qualifikationsrahmen „DQR“ öffnen und anpassen muss.“
Mit dem Startschuss der „AGENDA Ausbildung“ zeigt die Leitung des BMVg den deutlichen Willen und die Bereitschaft, „inhaltliche, methodische und strukturelle Weiterentwicklungen und Veränderungen“ anzugehen und sich den Herausforderungen zu stellen. Ziel sei es, „die Einsatzbereitschaft der Bundeswehr zu stärken. Dazu brauchen wir modernes Material und qualifiziertes, gut ausgebildetes Personal. […] Gleichzeitig müssen wir als moderner Arbeitgeber attraktiv bleiben und dort, wo es der militärische Auftrag zulässt, unsere Ausbildung zivilberuflich anerkennungsfähig und verwertbar gestalten.2
Eine Weiterentwicklung der Personalstrategie sowie der Ausbildungs- und Personalentwicklungskonzepte ist vor dem Hintergrund des Wettbewerbs mit der freien Wirtschaft um guten und qualifizierten Nachwuchs aus Sicht des VSB unerlässlich, so Huhndorf weiter.
Der VSB fordert daher die
„weitgehende und umfassende Berücksichtigung der Vorgaben des DQR im Rahmen der Modernisierung des Laufbahn- und Besoldungsrechtes zur nachhaltigen Steigerung der Attraktivität der deutschen Streitkräfte“
und bietet dafür seine konstruktive Unterstützung und Mitwirkung an.
* Arbeitsbegriff
1 Empfehlung des Europäischen Parlaments und des Rates zur Einrichtung des Europäischen Qualifikationsrahmens „EQR“ für lebenslanges Lernen, Straßburg 23.04.2008
2 Zitiert aus dem Brief des Generalinspekteurs an die Truppe vom 16. August 2018

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