• Verband der Soldaten der Bundeswehr e.V.

Verband der Soldaten der Bundeswehr e.V. (VSB)

Köln, 08. März 2017

Internationaler Frauentag 2017 – VSB sieht keine Notwendigkeit einer würdigenden Berichterstattung

Der Internationale Frauentag, der jährlich am 8. März begangen wird, gilt als so genannter Welttag. Dieser Tag ist auch als „Weltfrauentag“, „Frauenkampftag,“ „Internationaler Frauenkampftag“ oder kurz und knapp als „Frauentag“ bekannt.
Ein solcher Tag soll den Fokus auf spezielle Probleme und Themen lenken, die global von Bedeutung sind. Im Mittelpunkt steht in diesem Fall die Rolle der Frau in der Gesellschaft.
„Für die Soldatinnen in der Bundeswehr ist alles bestens geregelt, wir kennen keine Beispiele geschlechtsspezifischer Benachteiligung, daher verzichtet die Bundesleitung des VSB darauf, sich des Themas anlässlich des heutigen Tages berichtsweise zu widmen.“ So der stellvertretende VSB Bundesvorsitzende, Stabshauptmann Jürgen Zeiler.
Er führte weiter aus: „Die Bundesleitung im VSB geht davon aus, dass Bemerkungen von Soldaten, wie zum Beispiel

  • „Als Gleichstellungsbeauftragte sollten Sie sich mehr zurückhalten. Das könnte sonst Ihrer Beurteilung schaden.“
  • „Glauben Sie wirklich, dass Sie aus diesem Bundesgleichstellungsgesetz irgendeine Form von Anspruch ableiten können?“
  • „Wenn Mütter Laptops bekommen, bleibt für die Männer, die Dienstreisen machen, keiner übrig, das geht nicht!“
  • „Und was wird aus der Ehe, wenn die Frau am Abend Telearbeit macht?“
  • „Ist Ihnen klar, dass Sie als Gleichstellungsbeauftragte eine negative Aura für die Männer verbreiten?“
  • „Aufgrund eskalierter Auseinandersetzungen wird zwischen Gleichstellungs-beauftragte und Führungskraft eine M e d i a t i o n vorgeschlagen. E-Mail der Führungskraft: Ich mache keine M e d i t a t i o n, es reicht, wenn meine Frau zu Hause meditiert.“
  • „Nein, wir haben kein Kommunikationsproblem, aber wenn Sie nochmal mit Kolleginnen über die betreffende Angelegenheit sprechen, werde ich den Kontakt zu Ihnen abbrechen!“

längst antiquiert und außerhalb des Zeitgeistes liegen. Oder sollten wir uns etwa täuschen?“
Die zitierten Aussagen entsprechen heute genauso wenig der Wahrheit, wie etwa die mutmaßlichen Laufbahnnachteile für weibliche Sanitätsoffiziere. Oder sollten dort Faktoren im Raume stehen, welche das männliche Klientel bei entsprechenden Auswahlentscheidungen bevorzugen? Kann es sein, dass Themen wie dieses u.a. Anlass zur Durchführung einer Tagung des Zentralen Sanitätsdienstes der Bundeswehr unter dem Motto „Frauen im Sanitätsdienst der Bundeswehr – Fakten, Chancen, Herausforderungen“ sind? Sollte man auf Grund des dringenden Bedarfs den Auf- und Ausbau des Stabselemtens Chancengerechtigkeit im Bundesministerium der Verteidigung forcieren?
Positiv ist es, dass man sich offensiv des Themas stellt! Aus Sicht des VSB muss die Kommunikation „Miteinander – Füreinander“ das Hauptziel sein.
Dort wo die Gleichberechtigung und speziell die Rolle der Frauen in der Armee offiziell kein Thema sind, muss man aktiv nachfassen. Entweder wird dort das offene und chancengerechte Miteinander schon gelebt oder es gibt ein großes Problem. Aber wer erkennt an, ob und welches Problem es gibt? Der Betroffene oder der Außenstehende? Wer stößt Tagungen und Diskussionsrunden an?
Und damit kommen wir zum Ausgangspunkt – es besteht keine Notwendigkeit, sich inhaltlich der Rolle der Frauen in der Bundeswehr speziell am heutigen Tage weiter zu widmen. Vielmehr sollte das ausgewogene Miteinander zwischenzeitlich die Norm darstellen.

Foto: Windmüller
Soldatinnen der Bundeswehr gemeinsam mit der Bundesministerin der Verteidigung, Dr. Ursula von
der Leyen (Bildmitte), in der ersten Reihe.
Die Herren (v.l.n.r) – hier in Person der Bundesvorsitzenden des VSB, Günter Rudkowski, Ulrich
Timmermann, des designierten Vorsitzenden des Deutschen Beamtenbundes (dbb), Ulrich Silberbach
und des stellv. Vorsitzenden des dbb, Hans-Ulrich Benra, stehen hinter den Damen.