• Verband der Soldaten der Bundeswehr e.V.

Manchmal halten sich Gerüchte und Fehlinformationen hartnäckig – sogar über Jahre und Jahrzehnte. Ein Beispiel dafür ist die HBG Heimbetriebsgesellschaft mbH & Co.KG in Bonn – die Einkaufs- und Servicegesellschaft, der auch die privaten Kantinenpächter der Bundeswehr angeschlossen sind und die ein wichtiger Bestandteil der bewirtschafteten Betreuung der Bundeswehr darstellt.
Grund genug einmal nachzufragen und genau hinzuschauen ...
Die HBG betreibt keine Kantinen! Die privaten Kantinen der Bundeswehr werden von selbständigen Kaufleuten eigenverantwortlich betrieben, die ihr Personal - wie jeder andere Kantinenpächter außerhalb der Bundeswehr auch - auf dem freien Markt rekrutieren und ihr Einkommen mit dem Kantinenbetrieb erwirtschaften müssen. Für die Bereitstellung der Infrastruktur durch den Bund führen die Pächter Truppenrabatt ab, der zu 100 Prozent in die Betreuung der Soldaten fließt.
Aber was macht denn nun die HBG?
Die HBG führt Verhandlungen mit Lieferanten. Durch die Bündelung des Einkaufsvolumen werden günstige Konditionen erzielt. Besonders hervorzuheben ist hier die Lieferung auch an kleine, abgelegene Standorte, die ohne große Organisation im Hintergrund nicht angefahren würden.
Wichtig zu wissen ist noch: Die Pächter können grundsätzlich überall einkaufen, wenn der Lieferant bei der HBG gelistet ist. Die Listung kann sowohl der Lieferant als auch der Pächter beantragen, die HBG erhebt keine Listungsgebühr (wie normalerweise üblich).
Des Weiteren stellt die HBG das Grundsortiment, dessen Inhalt in Absprache mit dem BMVg und den Beteiligungsgremien jährlich angepasst wird, sicher und damit einheitliche Einkaufs- und Verkaufspreise in allen Standorten von Flensburg bis München für die Produkte dieses Sortiments.
Durch die Zahlung von Subventionen in sechsstelliger Höhe jährlich an Betriebe, die nicht wirtschaftlich zu betreiben sind, gewährleistet die HBG die Versorgung der Soldaten und Soldatinnen bundesweit.
Die HBG übernimmt eine Vielzahl von verwaltungstechnischen Aufgaben für die Pächter und schafft dadurch zeitlichen Raum für die gastronomischen Aufgaben.
Auch Werbemaßnahmen, wie das Soldatenpaket, werden von der HBG organisiert und finanziert.
Die HBG berät das Verpflegungsamt bei der Auswahl neuer Pächter hinsichtlich ihrer fachlichen Qualifikation – sie sucht die Pächter nicht aus! Der Außendienst der HBG schult neue Pächter, vermittelt bei Problemen vor Ort und organisiert Hygieneprüfungen für die Pächter.
Die Interessen der Pächter gegenüber dem Bund und dem Bundesministerium der Verteidigung vertritt nicht die HBG, sondern der Bundesverband der Kantinenpächter e. V. (BdK), in dem der Großteil der privaten Pächter organisiert ist.
Zusammengefasst: Die HBG ist nicht vor Ort in den Kasernen, dort handeln unabhängige und selbständige Pächter. Die HBG bietet diesen Pächtern als Einkaufs- und Servicegesellschaft Vorteile durch die Bereitstellung von Dienstleistungen, die auch Pächter außerhalb der Kaserne nutzen. (M.D.)