• Verband der Soldaten der Bundeswehr e.V.

PTBS im sicherheitspolitischen Podcast „Sicherheitshalber“

Posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS) bekommen in der öffentlichen Beachtung nur wenig Aufmerksamkeit. Seelische Verletzungen sind unsichtbar, da gilt dann: was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß. Das gilt auch für PTBS im Kontext Bundeswehr. Bestenfalls saisonal wird dazu berichtet: immer dann, wenn die aktuellen Behandlungszahlen aus den Bundeswehrkrankenhäusern veröffentlicht werden oder der Bundestag vielleicht kurz darüber debattiert.
Umso erstaunlicher ist, dass der sicherheitspolitische Podcast „Sicherheitshalber“ dem Thema knapp 40 Minuten Zeit eingeräumt hat. Ulrike Franke (European Council on Foreign Relations, London), Thomas Wiegold (Blogger von „augengeradeaus“, Berlin) sowie Carlo Masala und Frank Sauer (beide Politikwissenschaftler an der Universität der Bundeswehr München, Neubiberg) diskutieren seit jetzt zwei Jahren für diesen Podcast aktuelle sicherheitspolitische Themen. In Folge 31 geht es um Posttraumatische Belastungsstörungen und um die Gaspipeline „Nord-Stream 2“. Ergänzt werden die beiden großen Themen um „Sicherheitshinweise“, kurze Kommentare einzelner Podcaster zu einer aktuellen Meldung. Hilfreich für die Hörer sind Verlinkungen grundlegender Dokumente.
https://sicherheitspod.de/2020/07/28/folge-31-posttraumatische-belastungsstorung-ptbs-nord-stream-2-die-politisierte-problem-pipeline/
Gastteilnehmer zum Thema PTBS ist Stabsfeldwebel Frank Eggen vom Bundeswehrkrankenhaus Berlin. Er hat seit 2007 die Seite www.angriff-auf-die-seele.de aufgebaut, mittlerweile steht ein eigener Verein dahinter. Er erläutert den vier Diskutanten das Krankheitsbild, die Behandlungsmöglichkeiten und die Entwicklung der Zahlen in der Bundeswehr. Besondere Aufmerksamkeit bekommt dabei die Dunkelziffer derer, die zwar an einer PTBS leiden, aber (noch) keine Hilfen in Anspruch genommen haben. In den Ambulanzen der Psychiatrischen Abteilungen melden sich auch heute noch Soldaten aus den ersten Kontingenten des Einsatzes im Kosovo ab 1999. Seither wurden die Vorbereitung auf den Einsatz, die Begleitung im Einsatz und die Betreuung nach dem Einsatz kontinuierlich an die Erfordernisse der Soldatinnen und Soldaten angepasst. Oft geschah dies erst nach harscher öffentlicher Kritik. Noch immer stiefmütterlich werden die Familienangehörigen in den Behandlungsprozess einbezogen. Hier ist auch in Zukunft noch viel zu tun.
Genau um dieses Thema kümmert sich im „Netzwerk der Hilfe der Bundeswehr“ (https://www.bundeswehr-netz.de/netzwerk-der-hilfe.html) die Arbeitsgruppe 3 „Möglichkeiten der Unterstützung von einsatzgeschädigten Soldaten und Soldatinnen sowie Reservisten und Reservistinnen“ (AG PTBS), in der auch der VSB aktiv vertreten ist mit OTL d.R. Dr. Matthias Witt-Brummermann.

PTBS

Foto: VSB