Berlin, 13. November 2025

70 Jahre Bundeswehr – Armee unter parlamentarischer Kontrolle

Am 12. November 2025 beging die Bundeswehr ihr 70-jähriges Bestehen mit einem Festakt und einem feierlichen Gelöbnis im Herzen der Hauptstadt. Zwischen dem Deutschen Bundestag und dem Bundeskanzleramt legten rund 280 Rekrutinnen und Rekruten ihr feierliches Gelöbnis ab – ein sichtbares Zeichen der Verbundenheit von Streitkräften, Parlament und Gesellschaft. Bundespräsident Steinmeier:

Die Bundeswehr als „Armee der Demokratie“

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier würdigte in seiner Ansprache die Bundeswehr als „Armee unserer Demokratie“. Er erinnerte daran, dass die Gründung im Jahr 1955 ein bewusster Schritt war, Streitkräfte dauerhaft unter die Kontrolle des Parlaments zu stellen und sie fest in die Werte des Grundgesetzes einzubetten. In seiner Rede betonte Steinmeier die Bedeutung des gesellschaftlichen Zusammenhalts und sprach sich erneut für eine allgemeine Pflichtzeit aus, in der junge Menschen – je nach persönlicher Eignung – Dienst in den Streitkräften oder im zivilen Bereich leisten könnten. Eine solche Form der Dienstpflicht könne, so Steinmeier, das Verantwortungsbewusstsein gegenüber Staat und Gemeinschaft stärken und einen Beitrag zur Resilienz der Gesellschaft leisten. Gleichzeitig verwies der Bundespräsident auf die veränderte sicherheitspolitische Lage: Die neuen Bedrohungen erforderten eine wehrhafte Demokratie, die sich nicht allein auf die Streitkräfte verlasse, sondern auf das Engagement der gesamten Gesellschaft baue.

Das feierliche Gelöbnis vor dem Reichstag

Das Gelöbnis fand an einem symbolträchtigen Ort statt: direkt zwischen den Gebäuden von Bundestag und Bundesregierung. Damit wurde die Rolle der Bundeswehr als Parlamentsarmee sichtbar unterstrichen. Die Teilnahme zahlreicher Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Bundeswehr und Öffentlichkeit verlieh der Veranstaltung eine besondere Würde. Im Mittelpunkt standen die Soldatinnen und Soldaten, die stellvertretend für die neue Generation Verantwortung übernehmen – für Frieden, Freiheit und die Sicherheit unseres Landes.

Fazit

Die Teilnahme unseres Verbandes an dieser zentralen Veranstaltung war nicht nur eine Ehre, sondern auch eine Gelegenheit zum gezielten Dialog. Am Rande der Feierlichkeiten ergaben sich zahlreiche Gespräche mit politischen und militärischen Akteuren über Themen wie Personalgewinnung, gesellschaftliche Akzeptanz des Dienstes und die künftige Ausgestaltung von Dienstpflichtmodellen. Damit konnten wir unseren Auftrag, die Stimme der Angehörigen der Bundeswehr im politischen Raum zu stärken, wirkungsvoll wahrnehmen.

Der 70. Jahrestag der Bundeswehr bot nicht nur Anlass zum Rückblick, sondern auch zur Einordnung aktueller Entwicklungen. Die Feierlichkeiten verdeutlichten, wie eng die Bundeswehr in Staat und Gesellschaft eingebunden ist und wie wichtig der kontinuierliche Austausch zwischen Politik, Streitkräften und Verbänden bleibt. (TB) 

Bild: Tobias Brösdorf

Wir bleiben dran „Miteinander - Füreinander"
Verband der Soldaten der Bundeswehr e.V.

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