Berlin, 24. Oktober 2025
Die Diskussion um eine allgemeine Dienstpflicht gewinnt in Deutschland deutlich an Fahrt. Was der Verband der Soldaten der Bundeswehr e. V. (VSB) bereits seit Jahren fordert, findet nun zunehmend Eingang in die politischen Programme der Bundesparteien.
Der VSB hatte zuletzt in 2024 in seinem Konzeptpapier zur „Möglichen Umsetzung und Konzeption eines modernen Personalmanagements“ veröffentlicht auf www.vsb-bund.de betont, dass eine allgemeine Dienstpflicht einen wichtigen Beitrag zur gesamtstaatlichen Resilienz und Verteidigungsfähigkeit, sowie zur Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts leisten könne. Der Verband sieht darin nicht nur eine Antwort auf die zunehmenden Personalbedarfe zum Beispiel beim Katastrophen-, Zivil- und Umweltschutz, auch die Bundeswehr muss, ausgerichtet an ihrem Bedarf und verfügbaren Kapazitäten, gestärkt werden. Dies alles zusammen bietet eine Möglichkeit, das Verantwortungsbewusstsein junger Menschen für Staat und Gesellschaft zu fördern.
„Eine Dienstpflicht – mit Wahlmöglichkeit zwischen zivilem, sozialem oder militärischem, Engagement – stärkt unser Land auf allen Ebenen“, so ein Sprecher des VSB. „Wir begrüßen ausdrücklich, dass nun auch führende politische Akteure diese Debatte wieder aufnehmen.“
Politische Positionen zur Dienstpflicht
CDU: Parteivorsitzender Friedrich Merz zeigte sich offen für eine allgemeine Dienstpflicht. Sie solle „die Möglichkeit bieten, natürlich auch in der Bundeswehr Dienst zu leisten“ (Quelle: FAZ.NET, n-tv). Damit signalisiert die CDU Bereitschaft, den gesellschaftlichen Dialog über eine verpflichtende Dienstzeit neu zu führen.
Bündnis 90/Die Grünen: Innerhalb der Grünen wächst insbesondere auf Landesebene die Unterstützung für ein verpflichtendes Gesellschaftsjahr. Die bayerische Landtagsfraktion etwa spricht sich für einen „Freiheitsdienst“ von mindestens sechs Monaten für alle jungen Frauen und Männer aus – wahlweise im Wehr-, Zivil- oder Gesellschaftsdienst (Quelle: nd-aktuell.de).
FDP: Die Freien Demokraten lehnen eine allgemeine Pflichtdienstregelung ab. Sie setzen auf Freiwilligkeit, Anreizsysteme und eine Stärkung der Reserve anstelle einer staatlichen Verpflichtung (Quelle: t-online).
SPD: Die Sozialdemokraten zeigen sich bislang zurückhaltend. Nach anfänglicher Skepsis und klarer Ablehnung einer allgemeinen Dienstpflicht (Quelle: Spiegel) mehren sich jedoch Stimmen innerhalb der Partei, die zumindest über Modelle freiwilliger Gesellschaftsdienste diskutieren wollen.
VSB fordert zügige politische Entscheidung
Der VSB ruft Bundesregierung und Bundestag auf, die Debatte über eine Dienstpflicht nun strukturiert und überparteilich zu führen. „Deutschland braucht ein modernes Konzept bürgerschaftlicher Verantwortung. Die jungen Menschen sind bereit, ihren Beitrag zu leisten – jetzt liegt es an der Politik, den Rahmen zu schaffen“, so der Verband.
Mit Blick auf aktuelle sicherheitspolitische Herausforderungen betont der VSB, dass, über die gesetzliche Initiative des Bundesverteidigungsministeriums zur Einführung eines neuen Wehrdienstes hinaus, die Einführung einer allgemeinen Dienstpflicht nicht nur ein sicherheitspolitisches, sondern auch ein zwingend notwendiges gesellschaftspolitisches Signal wäre. Sie könne auch die Verbindung zwischen Bundeswehr und Gesellschaft weiter festigen und das Verständnis für staatliche Verantwortung stärken. (KM)
Wir bleiben dran „Miteinander - Füreinander"
